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SHEIN steuert auf Sperre in Frankreich zu

astridzett
Dec 9, 2025
3 min read

Updated: Feb 9

Seit Wochen nun schon dominiert ein chinesisches Online-Unternehmen die französischen Nachrichten. Die Rede ist von SHEIN, dem Mode-Label, das mit seiner Fast Fashion den Weltmarkt erobert hat. Doch Frankreich scheint mit der Marke im Zwist zu liegen. Im Wochentakt befeuert ein neues Anliegen die Debatte rund um Sortiment und Herstellung der SHEIN-Ware sowie deren Vermarktung und Verkauf.


SHEIN
SHEIN lässt sich in Paris nieder - das sorgt für Kritik.

SHEIN konnte durch seine aggressive Werbung auf den sozialen Plattformen und den zahlreichen Rabattaktionen auf seine ohnehin schon niedrigen Preise vor allem einen jungen Kundenstamm für sich gewinnen. Die interaktive App, Mode in allen Konfektionsgrößen und die Möglichkeit, den Kleidungsschrank für wenig Geld nach modischer Lust und Laune aufzustocken, trugen maßgeblich zum Erfolg der Plattform bei. Obwohl das Unternehmen bereits 2008 gegründet wurde, erfolgte die internationale Ausrichtung erst 2019 und wurde durch die Pandemie und den verstärkten Online-Handel angetrieben. SHEIN erweiterte seine Strategie und zielte auch auf ein älteres Klientel ab. Aufbauend auf den Erfolg seiner Pop-up-Stores in Europa kündigte das chinesische Unternehmen am 31. Oktober 2025 an, physische Läden in Frankreich zu eröffnen. Anfang November sollte bereits der erste Shop öffnen, und zwar in Paris. 


SHEIN lässt sich in Modemetropole Paris nieder


Dass sich der Online-Riese für Billigmode in der Stadt der Haute Couture niederlässt, scheint eine strategische und provokative Entscheidung zu sein. Die Franzosen gelten als besonders modebewusst und der Pariser Chic hat sich zu einem weltweiten Mode-Ideal etabliert. Neben den Luxusmarken Dior, Louis Vuitton, Louboutin und vielen anderen zeigt sich die Affinität zur Mode auch im Handel der prêt-à-porter-Ware. Wenngleich internationale Labels wie H&M, Zara, Mango usw. auch in Frankreich auf große Beliebtheit stoßen, finden sich doch in jeder französischen Stadt kleinere Marken und unabhängige Boutiquen mit ausgewählten Kleidungsstücken. Die Ankunft eines E-Commerce-Giganten für Fast Fashion sticht somit ins Herz und den Stolz Frankreichs.


Auch der Standort sorgt für Unmut, der Pariser Laden eröffnet nämlich im renommierten Kaufhaus BHV (Bazar de l’Hôtel de Ville). Im vierten Arrondissement, gleich gegenüber des Rathauses gelegen, zieht SHEIN am 5. November in ein traditionelles Grand Magasin aus dem Jahr 1856 ein. Begeisterte Fans erwarten in langen Schlangen die heiß ersehnte Eröffnung an diesem Mittwochmorgen im November, neben ihnen boykottierten Protestanten die Ankunft des chinesischen Unternehmens in der Modehauptstadt. Der Besitzer und BHV-Leiter Frédéric Merlin zeigt sich „stolz“ und „überrascht“ über den Andrang, wie er französischen Medien vor Ort mitteilt.


Seit der Eröffnung wird Merlin aber stark kritisiert. Auf das anfängliche SHEIN-Hoch folgt ein regelrechter Absturz. Kunden bemängeln die limitierte Auswahl im Store und zahlreiche andere Mieter der Ladenflächen protestieren gegen die Ankunft von SHEIN und kehren schließlich  Merlin und dem BHV den Rücken zu. Leerstehende Flächen und ausbleibende Kunden, das blieb vom anfänglichen Schein über.


Illegale Produkte auf SHEIN-Marktplatz entdeckt


Der drohende Ruin der französischen prêt-à-porter-Industrie ist aber nur einer der Anklagepunkte von SHEIN in Frankreich. Just vor der Eröffnung des ersten Stores entdeckt die DGCCRF (zuständig für Betrugsbekämpfung) problematische Produkte auf dem SHEIN marketplace. Darunter befinden sich kindlich wirkende Sex-Puppen und in Frankreich registrierungspflichtige Waffen. Die Regierung leitet rechtliche Schritte ein, um SHEIN zu suspendieren. Die angeklagte Marke reagiert, indem sie vorerst alle Lieferungen des Marktplatzes nach Frankreich aussetzt und die betroffenen Produkte von der Website nimmt.


Indes verstärkt Frankreich aber den Druck auf den chinesischen Händler und sorgt für intensivere Inspektion der eintreffenden SHEIN-Pakete an den Zoll- und Kontrollbehörden. Am 26. November kommt es zu einer neuen Anhörung von SHEIN am Gericht. Der E-Commerce-Plattform droht eine Sperre von drei Monaten in Frankreich. Gleichzeitig richtet sich der Fokus durch die SHEIN-Affäre auch auf andere asiatische Online-Plattformen, darunter AliExpress und Joom. Auch diese werden gerichtlich vorgeladen. "Dies ist ein Kampf, der darauf abzielt, Verbraucher, Kinder, Jugendliche zu schützen", bekräftigt Handelsminister Serge Papin auf dem französischen Fernsehsender TF1.


SHEIN auch auf EU-Ebene unter Druck


Der Prozess in Frankreich rückt SHEIN nun auch ins Visier der EU-Kommission. Diese hat ebenfalls detaillierte Informationen beim chinesischen Händler angefragt, wie die Plattform Minderjährige schützen und den Verkauf illegaler Produkte verhindern will. Diese Maßnahmen sind ein klares Zeichen an den chinesischen Händler, dass Europa die Flut an chinesischer Billigware aufhalten will, um seine Wirtschaft und Konsumenten zu schützen. Ob das gelingen wird, bleibt fraglich.

 
 
 

76 Comments


davidwilson9273
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sarahparker6924
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michelledavis272
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sarahthompson04675
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